Frühlingsgedichte & Liebespoesie

Von USB Herz

Frühblüher im März: KrokusseSie merken es vielleicht schon, wir von USBherz.de sind schon auf Frühling eingestellt, auch wenn es draussen noch nicht ganz dachach auszusehen scheint.
Bei unseren Recherchen zum Thema Frühlingsgefühle fanden wir auf einige sehr poetische und schöne Frühlingsgedichte. Sie besingen die Jahreszeit so schön, dass wir sie hier mit Ihnen teilen möchten, denn sie verkürzen die Wartezeit und steigern die Vorfreude auf die kommende Saison.
In dem folgenden Beitrag finden Sie Frühlingspoesie von Eduard Mörike, Ludwig Hölty, Hugo Ball, Gottfried August Bürger, Felix Dahn, Wilhelm Müller und Heinrich Heine.




Übersicht

  • Eduard Mörike: "Frühling"
  • Gottfried August Bürger: "Winterlied"
  • Wilhelm Müller: "Erlösung"
  • Hugo Ball: "Frühlingstänzerin"
  • Felix Dahn: "Maßliebchen"
  • Ludwig Hölty: "Frühlingslied"
  • Heinrich Heine: "Leise zieht durch mein Gemüt"

Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

von Eduard Mörike (1804-1875)

Krokusbluete

Winterlied

Der Winter hat mit kalter Hand
Die Pappel abgelaubt,
Und hat das grüne Maigewand
Der armen Flur geraubt;
Hat Blümchen, blau und rot und weiß,
Begraben unter Schnee und Eis.

Doch, liebe Blümchen, hoffet nicht
Von mir ein Sterbelied.
Ich weiß ein holdes Angesicht,
Worauf ihr alle blüht.
Blau ist des Augensternes Rund,
Die Stirne weiß, und rot der Mund.

Was kümmert mich die Nachtigall,
Im aufgeblühten Hain?
Mein Liebchen trillert hundertmal
So süß und silberrein;
Ihr Atem ist, wie Frühlingsluft,
Erfüllt mit Hyazinthenduft.

Voll für den Mund, und würzereich,
Und allerfrischend ist,
Der purpurroten Erdbeer gleich,
Der Kuß, den sie mir küßt.
O Mai, was frag ich viel nach dir?
Der Frühling lebt und webt in ihr.

von Gottfried August Bürger (1747-1794)

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Erlösung

Wie dem Fische wird zumut,
Wenn des Flusses Rinde springt,
Und des jungen Lebens Glut
Durch des Eises Decke dringt,

Also wie aus Kerkerqual
Fühlet meine Brust sich frei,
Wenn des Frühlings Sonnenstrahl
Reißt der Wolken Zelt entzwei.

Und das Dach ist abgedeckt,
Das mich von dem Himmel schied,
Und das Aug ist aufgeweckt,
Welches durch den Äther sieht.

von Wilhelm Müller (1794-1827)

Scheegloeckchen

Frühlingstänzerin

In deinen Blicken wiegt sich der Frühling.
Rosengeflecht und ein Apfelzweig
Schaukeln ihn duftend einher.

Auf deiner Lippen Granat- und Marmorsitz
Streiten zehntausend Lerchen in süßem Tumult,
Wähnend sie säßen im Morgenrot.

Wo deine lieblich errötenden Füße schreiten,
Schlägt aus dem Boden ein holder Schwall von Musik
Und erstürmt sich den Himmel.

Wippend dem zierlichen Schmetterling gleich
Schreitest du tanzerhobenen Arms
Wie über schwankendes Seil.

Wenn deine tastenden Brüste den Atem der Gärten verspüren,
Heben und senken sie sich, zugespitzt,
In verworrnen Gedanken.

Zierlich ist deine Seele, dein Rotkehlchen gleich,
Und so ängstlich, daß sie bei plötzlichem Wort
Flatternd im Käfig sich stößt.

von Hugo Ball (1886-1927)

Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

von Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1764)

Maiwiese

Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute,
klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.

Zieh´ hinaus bis an das Haus,
wo die Veilchen sprießen;
wenn du eine Rose schaust,
sag´, ich laß sie grüßen.

von Heinrich Heine (1797-1856)

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Wir hoffen unsere kleine Zusammenstellung hat Ihnen gefallen und das Warten auf den Frühling etwas verkürzt. Vielleicht haben Sie ja auch einige Anregungungen erhalten, wie sie Ihrem Schatz eine Liebeserklärung machen können.
Wir wünschen Ihnen eine verliebte Zeit und das es Sie in Ihrer Verliebtheit nicht so sehr erwischt wie Charles Baudellaire, der dichtete:

So schwer ins Herz mich trafen
Des Frühlings Glanz und Glut,
Dass ich in heisser Wut
Auf Blumen schlug, um die Natur zu strafen.


aus dem Gedicht “An sie, die allzufroh”


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12-03-2009

Ein Kommentar zu 'Frühlingsgedichte & Liebespoesie'

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  1. Anne:

    Sehr schöne Auswahl! Danke, das war genau, was ich gesucht habe!
    Frühlingshafte Grüße aus Hamburg!

    Anne

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